raumlabor do-it-TOGETHER lab´s vol.1-8, n°1: Experimentierräume für Formfindungen und Wissensbildung in Koproduktionsprozessen

8. Juni 2021

Corona hat unsere Lebensmodelle in vielfältiger Weise in Frage gestellt. Wir haben nun die Chance, uns neu zu fragen, wie wir eigentlich leben wollen und was wir wirklich für ein gutes Leben brauchen. 

Welchen Stellenwert haben dabei Beteiligungsmöglichkeiten für ein kreatives und kooperatives Miteinander? Wo wollen wir hin von hier? Wo hinein wollen wir uns entwickeln?

Das wichtigste Werkzeug im Wandeln sind wir selbst. Wir sind die Spürinstrumente, um Neues zu erkunden und unterschiedliche kulturelle Techniken und Herangehensweisen auszuprobieren.

Was können wir von ästhetisch-handlungsorientiertem Wissen lernen? Wo lassen sich Formen der Partizipation neu ansetzen und wie können sie gelingen? 

In 2021/22 wird das raumlabor auch zum Denk- und Experimentierraum für einen Klima-Kultur-Wandel. In einer offenen Fragegeste und ohne das Ziel von vorneherein zu definieren, wollen wir einen Resonanzraum für individuelle Fragestellungen eröffnen und gemeinsam mit anderen vergrößern. Künstler*innen, Schüler*innen und andere Expert*innen kommen in einer Reihe kooperativ angelegter do-it-TOGETHER-labs zusammen, um herauszufinden, wie aus individuellem, partikularen Suchen ein kollektiver Erkenntnisgewinn werden kann.

Kulturelle Bildung als Koproduktion verstehen heißt, beispielsweise Kunstschaffende als Expert*innen fürs Formwandeln, Kinder als Expert*innen fürs Spielen, Pädagog*innen für einfühlsames Bilden und Jugendliche als Expert*innen für rasante Veränderungsprozesse zu besehen. Jede*r bringt Schlüsselkompetenzen mit, Imaginationsvermögen und Erkenntnisfähigkeit. Es braucht Formate für gegenseitiges Lernen und Kooperation und Umgebungen, in denen wir lebendig künstlerisch, forschend-experimentell sowie spielerisch-kommunikativ und humorvoll Lernprozessen lauschen können.

Aus der Erkenntnis heraus, dass wir den systemischen Problemen und den daraus resultierenden kulturellen Herausforderungen nicht alleine begegnen können, sondern nur aus einem gemeinsamen Bewegen heraus Antworten finden, fragen wir: Wie geht das, sich in Vielfalt gemeinsam auszurichten? 

„Alles hängt mit Allem zusammen“, wusste schon Alexander von Humboldt, wir sagen:

“Welcome diversity!… we are all in this together”. 

Diversitäten zulassen heißt, Unterschieden Platz einzuräumen und zugleich den Reichtum an Möglichkeiten feiern. Welche tools und Methoden eignen sich, um Verschiedenheit aktiv als Qualität zu kultivieren?

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Mit Pandemieerfahrung entwerfen wir nun wieder Projekte, vertiefen Laborgespräche, probieren Neues, verbinden Themen aus Kunst und Commons-Forschung mit dem Klima-Kultur-Wandel. Wir erweitern Kreise für zusätzliche Perspektiven, wechseln auch mal die Fragerichtung und füllen regelmäßig eine Flaschenpost mit Arbeitsspuren und Randnotizen. Wir bauen weiter an einem stabilen Floß und bewegen uns damit gedanklich schon mal hinaus ins Offene, nicht Vorhersehbare. 

Und unterwegs binden wir uns an die Unbeständigkeit eines Gefühls, das des Übergangs, ahoi.

https://www.instagram.com/raumlaborkassel/